Gefährdungsgrad:
Nicht gefährdet (Europa)
Stark gefährdet (weltweit)
Die Großtrappe gehört zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Während sie das Jahr über in kleinen, geschlechtergetrennten Gruppen leben, kommen im Winter alle Tiere zusammen und bilden größere, gemischte Trupps.
Mit einer Lebenserwartung von bis zu 20–25 Jahren verbringen sie ihr Leben in weiten, offenen Graslandschaften, wo sie Nahrung, Deckung und ihre traditionellen Balzplätze finden.
Der Lebensraum
Der optimale Lebensraum der Großtrappe besteht aus weiten, offenen und ungestörten Agrarlandschaften mit extensiver Bewirtschaftung und wenig Zerschneidung. Ursprünglich ein Steppenvogel, wurde sie nach den Rodungen des Mittelalters zu einem häufigen Brutvogel der europäischen Kulturlandschaften, als traditionelle, wenig intensive Landwirtschaft bis ins 19. Jahrhundert hinein vorherrschte.
Mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft seit dem 19. Jahrhundert gingen viele dieser Lebensräume verloren. Heute findet die Großtrappe nur noch in Schutzgebieten geeignete Bedingungen – mit großen Brachflächen, extensiv bewirtschafteten Getreidefeldern und speziell angepassten Pflegemaßnahmen.
Die Nahrung
Während adulte Großtrappen hauptsächlich krautige Pflanzen fressen, sind Küken in den ersten Wochen auf das Vorhandensein von Insekten als energiereiche Nahrung angewiesen.
Die Balz
Die Balzplätze der Großtrappe liegen meist in großen, offenen und ungestörten Flächen mit niedriger Vegetation. Von Anfang März bis Ende Juni findet hier die aktivste Phase im Jahreszyklus statt: Männchen führen aufwendige Balzrituale auf, um Weibchen anzulocken, während sich beide Geschlechter intensiv zwischen Balz-, Brut- und Wintergebieten bewegen. Diese traditionellen Plätze werden über viele Jahre hinweg von den Vögeln genutzt, was eine gezielte und langfristige Planung des Managements und Schutzes erleichtert.
Die Brut und Jungenaufzucht
Bis Großtrappen die Geschlechtsreife erreichen, vergehen mehrere Jahre – Weibchen mit etwa zwei bis vier Jahren, Männchen meist erst mit fünf bis sechs Jahren. Wie bei allen anderen Trappen auch, sind die Weibchen allein für die Brut und Jungenaufzucht verantwortlich. Da die Brutplätze traditionell sind und die Weibchen eine hohe Standorttreue zeigen, kehren sie jedes Jahr an dieselben Stellen zurück.
Die Brutdauer beträgt etwa 28 Tage. Die frisch geschlüpften Küken sind völlig flugunfähig und können sich in den ersten Wochen nur eingeschränkt bewegen. Selbst im Alter von 6–8 Wochen schaffen sie zwar kurze Flugstrecken, bevorzugen aber weiterhin das Laufen. Das bedeutet, dass ein Weibchen und seine Küken etwa 2,5–3 Monate „fluglos“ verbringen müssen.
Arten unter Druck
Sowohl die Großtrappe als auch die Zwergtrappe sind in ganz Europa zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt. Erfahren Sie mehr über die Faktoren, die diese ikonischen Steppenvögel gefährden.